Sprechstunde
Für eine Sprechstunde tragen Sie sich bitte unter folgendem Link für einen Termin ein.
Die Sprechstunde findet in diesem Zoom Raum statt.
Forschungsinteressen
Postkoloniale Theorie und Geschlechterstudien des 19. bis 21. Jahrhunderts in der Kunst- und Kulturgeschichte. Verflechtungen von Kunst und Populärkultur. Alteritätsdiskurse und Konstruktionsprozesse und deren Visualisierung und Verhandlung durch zeitgenössische Kunst. Kunstgeschichte im globalen Kontext, Transkulturalität
Rhea Dehn Tutosaus, M.A., ist seit 2020 Doktorandin der Kunstgeschichte und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Arbeitsbereich Mode & Ästhetik der Technischen Universität Darmstadt. Für ihr Promotionsprojekt wurde sie 2021 mit dem Förderpreis für innovative Forschung an der TU Darmstadt ausgezeichnet. Unter dem Arbeitstitel „Grenzquerende Verbindungen: Ästhetiken der Körper, Bewegungen und Grenzerfahrungen in der zeitgenössischen Kunst“ untersucht sie, wie die spanisch-marokkanische Grenze an der Meerenge von Gibraltar in Kunst und visueller Kultur dargestellt wird. Ausgangspunkt ist dabei die Prämisse, dass Grenzen als Räume innovativer künstlerischer Produktion dienen können, die Künstler:innen historisch wie gegenwärtig zu Themen ihrer Auseinandersetzung machen. Dabei sollen Grenzen und Körper in der ästhetischen Praxis unter Berücksichtigung post- sowie dekolonialer Studien zusammen gedacht werden.
Sie studierte Kunstgeschichte und Romanistik an der Goethe Universität in Frankfurt am Main und an der Universtitat de Barcelona (Spanien). In ihrer Masterthesis Umdeutungen des Schleiers. Repräsentationspolitiken bei Lalla Essaydi, Majida Khattari und Yumna Al-Arashi (2019) untersuchte sie die künstlerischen Handlungsräume in einem westlich geprägten ‚Orientdiskurs’. Sie war Praktikantin im kuratorischen Bereich am Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main (2019), in dessen Verlauf sie die Ausstellung Contemporary Muslim Fashions begleitete und ein Panel mit dem Thema Mode und Kunst während des Contemporary Muslim Fashions Forum moderierte.
Die Dissertation Grenzquerende Verbindungen: Ästhetiken der Körper, Bewegungen und Grenzerfahrungen in der zeitgenössischen Kunst untersucht die spanisch-marokkanische Grenze an der Meerenge von Gibraltar als ästhetisch-epistemischen Raum, der nicht als fixe territoriale Linie, sondern als historisch gewachsenes, und durch Körper, Bewegung und visuelle Praktiken hervorgebrachtes Gefüge verstanden wird. Aus einer dezidiert feministisch-postkolonialen Perspektive analysiert die Arbeit zeitgenössische künstlerische Positionen – insbesondere Videoarbeiten von Ursula Biemann, Randa Maroufi, Yto Barrada und Irene Gutiérrez Torres –, die die Grenze als bewohnten, durchquerten und erfahrenen Raum sichtbar machen.
Zentral ist dabei die These, dass Grenzen nicht nur geopolitische Ordnungen markieren, sondern sich in Körper einschreiben und zugleich durch körperliche Praktiken performativ erzeugt werden. Die Arbeit zeigt, wie insbesondere weibliche Körper an der Grenze zu zentralen Verhandlungsorten kolonialer, patriarchaler und ökonomischer Machtverhältnisse werden, und wie künstlerische Praktiken diese Einschreibungen zugleich sichtbar machen, irritieren und verschieben. Kunst wird dabei nicht als bloße Repräsentation, sondern als epistemologische Praxis verstanden, die hegemoniale Wissensordnungen hinterfragt und alternative, von der Grenze ausgehende Wissensformen hervorbringt. Methodisch verbindet die Dissertation kunsthistorische Bildanalyse mit Ansätzen aus Border Studies, post- und dekolonialer Theorie sowie feministischer und situierter Wissensproduktion. Durch die konsequente Verschränkung historischer Bilddiskurse mit zeitgenössischen künstlerischen Strategien entwickelt die Arbeit eine polyseme künstlerische „Kartografie“ der Meerenge von Gibraltar. Diese Kartografie macht sichtbar, wie Un/Sichtbarkeitsregime, Mobilität und Körperpolitiken im Grenzraum ineinandergreifen.
Ein besonderer Beitrag der Arbeit liegt in der Entwicklung einer feministisch-postkolonialen Grenzästhetik, die Unterdrückung und Handlungsmacht nicht als Gegensätze, sondern als koexistierende Dimensionen versteht. Die analysierten Kunstwerke eröffnen Perspektiven auf alltägliche Formen von Agency, die gerade in den Grauzonen hegemonialer Machtverhältnisse entstehen. Insgesamt leistet die Dissertation einen eigenständigen und innovativen Beitrag zur kunsthistorischen Grenzforschung, indem sie Kunst als Ort der Wissensproduktion ernst nimmt und die Meerenge von Gibraltar als ästhetischen, politischen und epistemischen Knotenpunkt neu denkt. Sie eröffnet damit nicht nur neue Perspektiven auf Grenzräume und Körperpolitiken, sondern plädiert zugleich für eine Kunstgeschichte, die Grenzen nicht nur thematisiert, sondern von ihnen aus denkt.
Der Förderpreis des Fachbereichs Humanwissenschaften für ein besonders innovatives Forschungsvorhaben geht 2021 an Rhea Dehn Tutosaus für ihr Promotionsprojekt : „Grenzquerende Verbindungen: Ästhetiken der Körper, Bewegungen und Grenzerfahrungen in der Zeitgenössischen Kunst“
| Ästhetiken von Grenzen: Praktiken der Visualisierung, Imagination und künstlerische Verhandlungen auf der Iberischen Halbinsel und in den Amérikas, co-herausgegeben mit Zahira Dehn Tutosaus und Miriam Oesterreich, Miradas. Zeitschrift für Kunst- und Kulturgeschichte der Amérikas und der iberischen Halbinsel, Themenheft 10, (voraus. 2026) |
| Colonialidad de Frontera: Realidad, Imaginación y Representación del Estrecho de Gibraltar, in: Rhea Dehn Tutosaus, Zahira Dehn Tutosaus und Miriam Oesterreich (Hg.): Ästhetiken von Grenzen: Praktiken der Visualisierung, Imagination und künstlerische Verhandlungen auf der Iberischen Halbinsel und in den Amérikas, Miradas. Zeitschrift für Kunst- und Kulturgeschichte der Amérikas und der iberischen Halbinsel, Themenheft 10, (voraus. 2026) |
| Bab Sebta als Bild der spanisch-marokkanischen Grenze, in: Maria Klessmann (Hg.): Grenzbilder – Bildergrenzen. Zur visuellen Repräsentation nationalstaatlicher Grenzen, B/ORDERS IN MOTION, Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder), (voraus. 2026) |
| Sichtbarkeiten und Agency – Künstlerische Praktiken im Kontext von Migration, co-herausgegeben mit Alexandra Karentzos und Miriam Oesterreich, (voraus. 2026) |
| Visualising Border Experiences Through Participatory Filmmaking at the Moroccan–Spanish Border, in: Kehinde Christopher Adewumi, Folasayo Enoch Olalere, Gambo Giles Duniya (Hg): Camera in Times of Crisis: Focus on Africa, Emerald Publishing Limited, 2025, 79-97. |
| Traumatic Monuments: Decolonial Iconoclasms and ‘Southern’ Memories (gemeinsam mit Miriam Oesterreich), in: Tomas Macsotay, Nausikaä El-Mecky (Hg.), Toppling Things as Memorial Contestation: Spectacle and Affect of Monument Removal, Series Thamyris-Intersecting: Place, Sex and Race, Leiden: Brill, 12/2024. |
| Crossing the Border of Bab Sebta: Body-territory and Knowledge Production in Randa Maroufi's Artistic Practice, in: María Bendito and Anna María Guasch (Hg.): Repensar Babel. Desafíos del mundo plural. Revista de Estudios Globales y Arte Contemporáneo, 12/2023. |
| Declinación Magnética – Margen de Error (¿Cómo se escribe occidental?), in: Miriam Oesterreich und Franziska Koch (Hg.): Miradas 7: Dekoloniale Theorie, Transkulturation und lateinamerikanische Positionen – Verwobene Kunstgeschichten / Teoría decolonial, transculturación, posiciones Latino-Americanas – Entretejiendo historias del arte, 06/2023. |
| This is what a Feminist looks like – in Frankfurt (mit Zahira Dehn Tutosaus), in: IX Edición de Mujeres Mirando Mujeres. Arte y Feminismo, 03/2023. |
| Zwei Seiten desselben Meeres. Grenzen und Grenzüberquerungen in der Zeitgenössischen Videokunst (gemeinsam mit Zahira Dehn Tutosaus), in: Barbara Schellhammer und Lena Schützle (Hg.): Philosophie der Grenze, wbg Academic, 8/ 2022. |
| Towards a self-empowered female body. Body language, tactility and materiality in Contemporary Art, in: Viola Thimm (Hg.): (Re-)Claiming Bodies through Fashion and Style: Gendered Configurations in Muslim Contexts, Basingstoke: Palgrave Macmillan, 08/2021. |
| Majida Khattari. El cuerpo femenino como campo de batalla (mit Zahira Dehn Tutosaus), in: VII Edición de Mujeres Mirando Mujeres. Arte y Feminismo, 03/2021 |
| Reseña Leonie Schuster: Brasilianische Höhenflüge: Luftfahrtpioniere und Imaginationen von Nation und Welt in Brasilien,1900-1922, in: Miradas, 10/2020. |
| Figures: Mehr als nur die menschliche Form in der Frankfurter Galerie Sakhile&Me, in: The Article, 08/2020. |
| Yumna Al-Arashi | El poder del cuerpo femenino (mit Zahira Dehn Tutosaus), in: VI Edición de Mujeres Mirando Mujeres. Arte y Feminismo, 06/2020. |
| Der Schleier: Nexus zwischen Kunst und Mode, in: Ausst.-Kat. Contemporary Muslim Fashion, Museum Angewandte Kunst, 04/2019. |
| Mapping from below: Rethinking the Spanish–Moroccan Border through Contemporary Art, Vortrag im Rahmen der Association for Art History Annual Conference, University of Cambridge, 04/2026 |
| Grenzästhetiken: Körper, Bewegungen und Erfahrungen in der Gegenwartskunst, Vortrag im Rahmen der Vorlesung „Diskursräume der Gegenwartskunst“ von Prof. Dr. Antje Krause-Wahl, Goethe-Universität Frankfurt, 01/2026 |
| Muster verweben, Dialogführung mit Maren Meier zur Ausstellung „Nevin Aladağ – Raise the Roof“, Insitut Mathildenhöhe Darmstadt, 01/2026 |
| Conexiones transfronterizas: estética de los cuerpos, movimientos y experiencias fronterizas en el arte contemporáneo, Vortrag an der Universitat de Barcelona, 10/2025 |
| Under Construction: Performative Annäherungen an den Raum, Vortrag im Projekt EINS, Techniche Universität Darmstadt, 04/2025 |
| Körper und Raum – Humanwissenschaftliche Perspektiven, Kurzvortrag im Projekt EINS, Techniche Universität Darmstadt, 04/2025 |
| „Wie entsteht eine wissenschaftliche Arbeit? Von der Idee zur humanwissenschaftlichen Fragestellung“, Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung „Lern- und Arbeitstechniken“ von Prof. Dr. André Seyfarth, Technische Universität Darmstadt, 11/2024 |
| „Cross-Border Bodies: Reflections on the Materiality of Smuggling Bodies at Bab Sebta“, Vortrag im Rahmen des 36e congres du Comite International d'Histoire de l’Art (CIHA), Lyon, 06/2024 |
| „Participatory Filmmaking at the Moroccan-Spanish Border. A Conversation between Irene Gutierrez Torres and Rhea Dehn Tutosaus“, im Rahmen der Konferenz IMISCOE (International Migration Research Network, Universität Warschau, 07/2023 |
| „Migration im Friseurhandwerk“ Einführungsvortrag zur Fachtagung der 22. Hochschultage für Berufliche Bildung 2023 „Fachkräftesicherung – Zukunftsweisende Qualifizierung, gesellschaftliche Teilhabe und Integration durch berufliche Bildung“, Universität Bamberg, gemeinsam mit Alexandra Karentzos und Sylvia Weyrauch, 03/2023 |
| „GrenzChoreographien. Das ‚Gehen' über die Grenze als subversive Strategie in Randa Maroufis Bab Sebta", Vortrag im Rahmen der Vortragsreihe des Instituts für Kunstgeschichte, Universität des Saarlandes, 02/2023 |
| „#Feminismus, oder wie war nochmal die Frage?„, Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung „Lern- und Arbeitstechniken“ von Prof. Dr. André Seyfarth, Technische Universität Darmstadt, 01/2023 |
| „The Strait of Gibraltar as a Border(land)scape: New Ways of Seeing and Knowing through Contemporary Art”, Vortrag im Rahmen der Konferenz “(Re)thinking Landscape: Ways of Knowing / Ways of Being”, Yale University, New Haven, CT, 09/2022 |
| „Traumatic Monuments—Decolonial Iconoclasms and 'Southern' Memories„, Vortrag im Rahmen der Konferenz „Monuments & Mobilty“, Goethe-Universität Frankfurt, 07/2022 |
| „Layers of Matter: Bodies, Goods, Textiles as Border Experiences„, Vortrag im Rahmen der Konferenz “Border Renaissance. Recent Developments in Territorial, Cultural, and Linguistic Border Studies", UniGR-Center for Border Studies, Universität des Saarlandes, 02/2022 |
| „(Un-)Sichtbar Werden: Körper, Waren, Textilien als Grenzerfahrungen„, Workshop „Sichtbarkeitspolitiken von Migration“ Workshop des DGF Netzwerks Entangled Histories of Art and Migration: Forms, Visibilities, Agents, Technische Universität Darmstadt, 02/2022 |
| „Artist talk with Irene Gutiérrez Torres„ im Rahmen der Apéro-Talks „Borders. Borders and Border Regions in Contemporary Art Production and Art Theory“, AG Kunstproduktion und Kunsttheorie im Zeichen globaler Migration (Ulmer Verein), 01/2022 |
| „Atravesando fronteras: Movimientos y gestos en el arte contemporáneo de Bab Sebta„, Vortrag im Rahmen der Konferenz „(Des)Escribindo a Fronteira: Identidades Liminais Humanas e Non-Humanas“, Universidade de Vigo & Universidade de Santiago de Compostela, 01/2022 |
| „Layer by Layer: Der weibliche Körper als Bordertextur„, Abendvortrag, „Atelier Bordertexturen“, UniGR – Europäisches Zentrum für Grenzraumforschung, Universität des Saarlandes, 12/2021 |
| „Hacerse (in)visible: Cuerpos, Mercancías y Textiles como Experiencias Fronterizas„, Vortrag im Rahmen des internationalen Symposiums „New Babel. Challenges of the Plural World“, University of Barcelona, 11/2021 |
| „Decolonizing Monuments. Critical Reflections on Aesthetics and Memory in a Post/colonial Context" Einführungsvortrag zur internationalen Vortragsreihe an der TU Darmstadt, gemeinsam mit Alexandra Karentzos und Miriam Oesterreich (online), 05/2021 |
| „Decolonizing Monuments: Aesthetics of Social Resistance and the Post/Colonial Urban Space„ (gemeinsam mit Miriam Oesterreich), Vortrag im Rahmen der Konferenz “Art and the City: Urban Space, Art and Social Change", Aarhus University, 04/2021 |
| „Everyday Negotiations of Body and Space in Randa Maroufi's Film Bab Sebta„, Vortrag im Rahmen der Konferenz “Time and the Body in Film, Television and Screen Studies" Centre for International Film Research, University of Southampton, 04/2021 |
| „Mode, Kunst und Repräsentation“ (mit Tasnim Baghdadi und Isra Abdou), Contemporary Muslim Fashions Forum, Museum Angewandte Kunst, Frankfurt am Main, 04/2019 |