Arbeitsbereich Mode und Ästhetik: Alexandra Karentzos

Schwerpunkte in Forschung und Lehre:

• Mode, Kunst und Globalisierung

• Kunst des 19. bis 21. Jahrhunderts

• Kulturtheorien (Visual Culture, Postcolonial, Gender Studies, Systemtheorie)

• Körper- und Identitätskonzepte

• Lachen und Ironie

• Reise und Tourismus in der Kunst

• Antikenrezeptionen

• Orientalismen

• Ästhetische Theorien

Forschungsprojekte

Projekt „Mode und Globalisierung“

Buchprojekt „Postkoloniale Ironie. Positionen gegenwärtiger Kunst/Theorie“

Die Stichworte Ironie und Humor gehören zu den Begriffen, mit denen gegenwärtige Kunst diskutiert wird; gerade im postkolonialen Kontext kommt ihnen besondere Bedeutung zu – werden doch ethnische und geschlechtliche Differenzsetzungen ironisch hinterfragt. Das Projekt untersucht erstmals die visuellen Strategien, die mit diesen Konzepten verbunden sind, und versteht sich damit als Beitrag zu den postkolonialen Visual Culture Studies. Ein mehrfach vorgebrachter Vorwurf gegen postkoloniale Theoriebildung ist, dass sie noch immer von einem primär westlichen Beobachtungsstandpunkt ausgeht und von dort aus einen hierarchischen Blick auf so genannte Peripherien fortschreibt. Daher ist es notwendig, diese eurozentrische Perspektive zumindest insofern zu überwinden, als die Theoriebildung und Kunstproduktion ehemals kolonisierter Länder auch berücksichtigt werden. Diesem Postulat wird anhand von Beispielen aus unterschiedlichen Kontexten nachzukommen sein, um die Vielstimmigkeit des postkolonialen Diskurses zu verdeutlichen – zumal zeitgenössische Kunst global agiert. Drei Schwerpunkte sind dabei leitend:

1. Mimikry von Archiven. Andere Ordnungen des Wissens, 2. Die Ungenießbarkeit des Lachens. Kulturanthropophagie in der zeitgenössischen Kunst, 3. Verkehrte Ordnungen. Hyperaffirmation von Stereotypen.

Projekt „Topologien des Reisens“ (gefördert durch die VolkswagenStiftung)

Tagung (vgl. auch unter Tagungen)

Publikation Alexandra Karentzos, Alma-Elisa Kittner und Julia Reuter (Hg.): „Topologien des Reisens. Tourismus – Imagination – Migration / Topologies of Travel. Tourism – Imagination – Migration“, dt. und engl., Online-Publikation Universität Trier 2010

Zeitschriftenprojekt „Querformat. Zeitgenössisches. Kunst. Populärkultur“

Die Zeitschrift Querformat trägt ihre Programmatik bereits im Titel: Sie nimmt eine ‚quere' Perspektive auf zeitgenössische Phänomene, internationale Kunst und Populärkultur ein. Aus Sicht der Kunst-, Design- und Medienwissenschaft, Philosophie, Soziologie, Gender und Postcolonial Studies werden kulturelle Prozesse und Praktiken kritisch diskutiert. Eine Konstante bildet die Auseinandersetzung mit jungen Positionen bildender Kunst und visueller Kultur. Ein weiterer Fokus liegt auf der Diskussion von Genderfragen. Das besondere Kennzeichen von Querformat ist das Design der Zeitschrift: Die Idee des Que(e)ren findet in der Gestaltung selbst ihren Ausdruck, denn gerade das Layout durchkreuzt gängige Wahrnehmungsstrukturen. Im Gegensatz zu konventionellen Gestaltungskonzepten von Wiedererkennbarkeit erfindet sich die Zeitschrift immer wieder neu. Die Zeitschrift ist damit selbst ein Wissenschafts-, Kunst- und Designobjekt.

Die Zeitschrift wird herausgegeben von Sabine Kampmann, Alexandra Karentzos, Birgit Käufer, Alma-Elisa Kittner, Thomas Küpper, Jörg Petri und Ulrike Stoltz und erscheint im transcript Verlag, Bielefeld.

Querformat wird gefördert durch die Hochschule für Bildende Künste Braunschweig

Beirat: Prof. Dr. Elisabeth Bronfen, Eva & Adele, Prof. Dr. Hans-Otto Hügel, Prof. Dr. Konrad Paul Liessmann, Prof. Dr. Katharina Sykora, Dr. Stefan Soltek, Prof. Dr. Beat Wyss.

Anziehen Querformat

ANZIEHEN! Transkulturelle Moden

Was soll ich anziehen? Diese Frage stellt sich jeden Morgen von Neuem. Die Möglichkeiten sind heute vielfältig. Durch die Globalisierung werden Moden aus unterschiedlichen Kontexten zusammengeführt und bestehen nebeneinander. Transkulturelle Moden sind das Thema des sechsten Heftes von Querformat. In Europa setzt die global agierende Modebranche auf das Spektakel rund um die Haute Couture. “Anziehen” versucht hingegen Körper, Kleidung und Raum zusammenzudenken, so dass politische, wirtschaftliche und technische Dimensionen von Kolonisierungs- und Globalisierungsprozessen in den Blick rücken.

DRESSED UP! Transcultural Fashion

What should I put on? This is a question almost everyone asks themselves every morning. The possibilities today are endless and diverse. Through globalization fashions from different contexts are brought together and coexist. Transcultural fashions are the theme of this sixth issue of Querformat. In Europe the globally active fashion industry banks on the spectacle surrounding haute couture. Our issue entitled “Dressed Up!” takes another angle, trying to identify the interrelationships between the body, clothing and space in such a way that the political, economic and technological dimensions of the processes of colonization and globalization come into view.

Herausgeber/innen dieses Heftes | Editors of this issue

Birgit Haehnel, Alexandra Karentzos, Jörg Petri, Nina Trauth

Querformat QF5 Cover Küssen

KÜSSEN

Schneewittchen und der Prinz. Leonid Breschnew und Erich Honecker. Madonna und Britney Spears. Judas Iskariot und Jesus von Nazareth. Die Liste prominenter Küssender ließe sich lange fortsetzen. Als Ausdruck von Liebe und Zuneigung wurden Küsse formalisiert (z.B. Handkuss, sozialistischer Bruderkuss). Aktuell sorgen »Queer Kissing Flashmob«-Aktionen (Papstbesuch in Barcelona) für Schlagzeilen. Aber auch die Diskussionen um das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen in Berlin haben verdeutlicht, wie groß die symbolische Bedeutung des Küssens ist.

»Querformat« analysiert den Kuss in Popkultur, Kunst, Politik und Kulturgeschichte.

Herausgegeben von Stefan Donecker, Sabine Kampmann, Alexandra Karentzos, Birgit Käufer, Alma-Elisa Kittner, Thomas Küpper, Jörg Petri, Ulrike Stoltz.

KÜSSEN

Querformat. Zeitschrift für Zeitgenössisches, Kunst, Populärkultur, Heft 5

2011, 90 S., kart., zahlr. Abb., 9,80 €

ISBN 978-3-8376-2177-8

Nippes

Das erste Heft widmet sich Nippes, den Staubfängern unserer Wohlfühlwelten. Längst nicht mehr nur Zeichen kleinbürgerlichen Spießertums, ist Nippes als ›Camp‹ oder ›Trash‹ salonfähig geworden. Wissenschaftliche und künstlerische Bild- und Textbeiträge gehen seinen Transformationen in Kunst und Alltagskultur nach. Wenn sich etwa der historische Hofnarr als Gartenzwerg in heutigen Vorgärten wiederfindet, wenn Michelangelos David als Blow-Up in bunten Farben schillert, dabei antike Bemalungen zitiert und ›kitschig‹ verkehrt oder wenn Swarovskis Kristallküken museal geadelt werden, zeigt sich, wie durchlässig die Grenzen zwischen Hoch- und Populärkultur sind.

Herausgegeben von Sabine Kampmann, Alexandra Karentzos, Birgit Käufer, Alma-Elisa Kittner, Thomas Küpper, Jörg Petri und Ulrike Stoltz

Nippes

Querformat. Zeitschrift für Zeitgenössisches, Kunst, Populärkultur, Heft 1

2008, 102 S., kart., zahlr. Abb., 9,80 €

ISBN 978-3-89942-995-4

Die Zigarette – danach

Mit dem Rauchverbot wird eine lang gepflegte Kultur weitgehend aus dem öffentlichen Leben verabschiedet. Nicht nur im Alltag und in der Werbung, sondern auch in Kinofilmen und in der Kunst gehören Inszenierungsformen mit der Zigarette größtenteils der Vergangenheit an. Daher widmet sich das Heft der Zigarette – danach.

Betrachtet wird das Rauchen in der visuellen Kultur. Der Rückblick auf die vielfältigen Konnotationen, die sich um das Rauchen als exotischen Genuss rankten, geht den kulturellen Verortungen des Tabaks nach: Kunstproduktion und Populärkultur imaginieren ein »wildes« Amerika und einen schwül-erotischen »Orient«; zugleich kann das Rauchen ein Zeichen von Emanzipation und Widerstand sein.

Das Ephemere des Rauchens ist darüber hinaus eng mit Medien wie Fotografie und Film verbunden, die auf diese Weise Atmosphären schaffen und Diven erstehen lassen. Eine Poesie der Vergänglichkeit glimmt bei Paul Auster auf, wenn es heißt: »Zigaretten erinnern dich an deine Sterblichkeit. Jeder Zug ist ein flüchtiger Gedanke.«

Herausgegeben von Alexandra Karentzos, Thomas Küpper, Jörg Petri und Ulrike Stoltz:

Die Zigarette – danach

Querformat. Zeitschrift für Zeitgenössisches, Kunst, Populärkultur, Heft 2

2009, 102 S., kart., zahlr. Abb., 9,80 €

ISBN 978-3-8376-1259-2

Weichspüler. Wellness in Kunst und Konsum

Thema der dritten Ausgabe von »Querformat« ist das mittlerweile überall einsickernde Phänomen Wellness: ›Harmonietoast‹ bringt die notwendige Balance, Aloe Vera findet sich mittlerweile auch im Joghurt, Marlboro verkauft das Rauchen als entspannende Pilates-Übung. »Querformat« fragt nach den Geschlechterkonzepten, den ökonomischen Strategien und den historischen Vorläufern, die dem Harmonie-Diskurs von Wellness zugrunde liegen: Kann einseitige Konsumkritik den »emotionalen Kapitalismus« (Eva Illouz) von Wellness noch erfassen? Die Zeitschrift »Querformat« nimmt eine quere Perspektive auf die zeitgenössische Kultur ein und erfindet sich mit jedem Thema visuell neu.

Herausgegeben von Alma-Elisa Kittner, Jörg Scheller, Ulrike Stoltz

Weichspüler: Wellness in Kunst und Konsum

Querformat. Zeitschrift für Zeitgenössisches, Kunst, Populärkultur, Heft 3

2010, 104 S., kart., zahlr. Abb., 9,80 €

ISBN 978-3-8376-1579-1

Tattoo

Das vierte Heft von Querformat geht mit dem Thema Tattoo unter die Haut. War die Tätowierung lange Zeit Zeichen sozialer Distinktion und Identifizierung gesellschaftlicher Außenseiter, Medium der Selbst- und Fremdstigmatisierung von Seeleuten, Verbrechern, Prostituierten oder Rockerbanden, so haftet ihr heute offenbar nur noch ein Hauch von Rebellentum an.

Die Tattoo-Ausgabe von Querformat fragt angesichts der aktuellen Hochphase der Tätowierungs-Mode und der parallel dazu einsetzenden massenhaften Entfernung von Tattoos nach den Prozessen der Neu- und Umcodierung der Tätowierung sowie nach den Besonderheiten des Mediums Hautbild zwischen Subkultur, Kunst und Lifestyle.

Die Texte dieses Heftes untersuchen die körperbezogenen Aspekte der Tätowierung ebenso wie deren bildhaften Charakter und die Verbindung zu ästhetischen Debatten aus zeitgenössischer und kulturhistorischer Perspektive.

Beigelegt ist dieser Ausgabe ein Do-it-yourself-Tattoo, mit dem sich treue Leserinnen und Leser nun öffentlich zu ihrer Querformat-Liebe bekennen können.

Herausgegeben von Sabine Kampmann, Anja Herrmann, Jörg Petri, Ralf de Jong

Tattoo

Querformat. Zeitschrift für Zeitgenössisches, Kunst, Populärkultur, Heft 4

2011, 90 S., kart., zahlr. Abb., 9,80 €

ISBN 978-3-8376-1867-9