Diss_Sasse

Laufendes Dissertationsprojekt

Elisabeth Sasse, M.A.: Subjektkonzepte im Spannungsverhältnis von Raum, Ethnizität, Körper und Geschlecht in der iranischen Gegenwartskunst

Die Analyse von Identifikationsprozessen innerhalb der iranischen Gegenwartskunst erweist sich als Forschungsdesiderat in Deutschland. Trotz einer Intensivierung der Forschung seit den zweitausender Jahren gibt es in der Kunstgeschichte bislang nur wenige Zeugnisse wissenschaftlicher Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Positionen. Zum einen ist in den aktuellen Diskursen die Frage nach einer sogenannten „iranischen Identität“ immer wieder von hoher Relevanz, zum anderen wird die Analyse oftmals begrenzt, indem beispielsweise der Fokus allein auf das überdeterminierte Zeichen des Schleiers gerichtet wird. Somit wird das Verständnis eines komplexen und vielschichtigen Kunstwerkes auf Genderfragen oder Fragen des (Selbst-)Exotisierens beschränkt.

Zentrales Anliegen des Dissertationsprojektes ist es, erstmals umfassend zeitgenössische künstlerische Arbeiten aus dem iranischen Kontext im Hinblick auf die politischen und gesellschaftlichen Spannungsfelder zu betrachten, sie aus diesen herauszulösen und zu einer eigenständigen Lesart zu führen. Die ausgewählten künstlerischen Arbeiten bewegen sich zwischen Spannungsfeldern (Religion und nationale Zugehörigkeit /inneriranische Zensurbestimmungen /Übersetzungspolitiken in den globalen Kontexten /Selbstexotisieren /Exotisieren), die in der Analyse berücksichtigt werden. Zentrale Frage der Arbeit wird dabei sein, inwiefern die als transnational verortete Kunst Identifikationsprozesse verhandelt und auf welche Weise dies entlang der zusammenhängenden Kategorien Raum, Ethnizität, Körper und Geschlecht, mittels visueller Repräsentationsformen (Fotografie, Videoarbeiten, Raum- und Videoinstallationen) geschieht.