Diss_Kötz

Laufendes Dissertationsprojekt (Zweitgutachten)

Roswitha Kötz: Ausstellung & Raum: Zwischen permanenter Architektur und wechselndem Exponat. Raum als architektonische Form der Wissensvermittlung in musealen Ausstellungen und seine Wirkung auf das Ausstellungserlebnis (Arbeitstitel)

Auf der Grundlage einer umfangreichen Recherche zu kultur- und kunstwissenschaftlichen Theorien zum Ausstellungsraum entwickelt diese Arbeit ein genuin architektonisches, auf die Raumgestaltung zugeschnittenes Theoriemodell. Dabei werden die vorhandenen Theorieansätze in einer „kritischen Revision“ überprüft, für den Raumgestalter „übersetzt“, weiterentwickelt und angepasst. Die zeichnerische Auseinandersetzung in Form von Analysezeichnungen oder Diagrammen zu abstrakttheoretischen Zusammenhängen, aber auch die Arbeit mit Bildfolgen ist der architektonischen Fachwelt entsprechend von besonderer Bedeutung und versucht so Werkzeuge und Methoden des architektonischen Metiers, die zu großen Teilen dem Visuellen und dem Handwerk des Zeichnens verpflichtet sind, für die Forschung fruchtbar zu machen.

Theorie & Exempel: Der Aufbau der Arbeit folgt einem dualen Prinzip. Raumrelevante Themen werden in der Analyse der meist kulturwissenschaftlichen Theorie identifiziert, benannt und vergleichend diskutiert. Die daraus entwickelten raumspezifischen Fragen bilden Ausgangspunkt zu exemplarischen Untersuchungen an konkreten Referenzen. Dabei werden die theoretischen Ansätze belegt, widerlegt, erweitert und insbesondere differenzierter betrachtet. Die vergleichende grafische Darstellung ermöglicht hierbei neue Erkenntnisse.

Abschließend wird auf den Untersuchungsergebnissen aufbauend ein für die Raumgestaltung praxisrelevantes Theoriemodell entwickelt.

Das übergeordnete Ziel ist ein besseres Verständnis für die komplexen Abhängigkeiten zwischen Raum, Objekt und Betrachter zu erlangen, um daraus abzuleiten, wie man raumgestalterische Ansätze in der Entwicklung und Umsetzung von Ausstellungen und kuratorischen Konzepten effektiv anwenden kann. Mittels Überprüfung am Exempel werden abstrakte Raumtheorien angrenzender Fachbereiche für den Raumproduzenten, dem Gestalter, aber auch dem Kurator, greifbar und somit überhaupt für das Ausstellungswesen wirksam und in der Praxis handhabbar gemacht.